BYOLOGIE 1
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Verbreitungsgebiet
Das Verbreitungsgebiet der euroasiatischen Waldschnepfe streckt
sich von den südwestlich von Europa gelegenen Inseln (Azzorren, Kanaren) und
Großbritannien aus nach Asien bis China, die Mongolei und Tibet. Das
Überwinterungsgebiet schliesst die Küsten Nordafrikas und Kleinasiens mit ein.
Andere Subspecies der Waldschnepfe
leben auf einer japanischen Insel, Java, Sumatra und Celebes. Auch der
nordamerikanische Subkontinent besitzt eine eigene Waldschnepfenart, die amerikanische
Waldschnepfe Scolopax minor, sie hat einen kleineren sonst aber sehr ähnlichen
Habitus.
Habitat
Die Waldschnepfe ist eine waldbewohnende Vogelart, die sich nur
während der Nacht auf Freiflächen aufhält, was die Nahrungssuche erleichtert und die
Sicherheit erhöt. Sie lebt am liebsten in Laubwäldern, mit Birke, Rot- und Weissbuche,
Esche, Eiche, Robinie, Kastanie, Erle, Lärche, aber auch Tannen und Nadelbäumen.
Monokulturen und Tiefwälder werden gemieden. Man findet sie nicht selten in Pappel-,
Hasel- und Steineichenwäldern.
Sie zieht nicht zu dichte Wälder vor, mit weichem
und feuchtem Boden, ohne zu hohen Grasbewuchs und mit guter Ernährungsmöglichkeit und
Ruhe, wo sie auch gut fliehen und sich verstecken kann. Während der Brutzeit bevorzugt
sie trockenere, windgeschützte Standorte in Mischwäldern aus Nadel- und Laubbäumen. Um
für Waldschnepfe attraktiv zu sein, muß das Unterholz frei von dichtem Grasbewuchs, mit
feuchtem und regenwurmreichem Untergrund sein. Farnreiche Waltpartien werden oft gemieden.
Die Strauchschicht sollte aus Brombeeren, Geißblatt, Dornbusch, Wacholder oder Ginster bestehen. Bei ungünstigen
Witterungsbedingungen kann man die Waldschnepfe tagsüber auch auf Brachflächen, Wiesen,
Lichtungen, aber auch in Kornfeldern, in Gebieten mit mediterranem Hartlaubgebüsch oder
an Flußufern antreffen.
Bei anhaltenden Niederschlägen neigt die Waldschnepfe auf Waldränder, Lichtungen, Wiesen
oder Heckenrändern auszuweichen. Verbrannte und mit Asche bedeckte Waldflächen werden
häufig von Waldschnepfen aufgesucht.
Die Anwesendheit weidenden Viehs, beziehungsweise deren Exkremente, wirken ebenso stark
anziehend, da die organismenreichen Kothaufen eine Erweiterung des Nachrungsangebotes
versprechen.
Ernähung
Zahreiche Forscher haben sich gründlich mit der Waldschnepfe
befaßt. Es folgen einige Namen: Sheldon und Liscinski in Amerika; Witherby in England;
Fadat in Frankreich; Sterbetz und Kiss in Ungarn und Rumänien; Siletti, Celano und Spanò
in Italien. 
Die Ernährungdbasis der Waldschnepfe ist ohne Zweifel der Regenwurm. Um zu überleben,
soll sie täglich durchschnittlich mindesten 150 g an Regenwürmern aufnehmen. Bei der
Nahrungssuche benutzt sie im Zusammenspiel den Gehör- und Geruchsinn, die sehr entwickelt
sind, weiterhin wird des öfteren auch eines rythmischen Niedertrampeln des Bodens
beschrieben. Zahlreiche andere Invertebraten zählen zur Diät der Waldschnepfe: Fliegen,
Grillen, Käfer, Spinnen, Schnecken, Hundert- und Tausenfüssler, Insekten, die in den
Exkrementen von Vieh und Wildtieren leben, sowie einige aquatisch lebende Insekten und
deren Larven. Eine von Kiss durchgeführte Untersuchung von 1988 ergab eine Liste von
insgesamt 70 Tieren und 32 Pflanzengruppen. Der Franzose Fadat fand neben der großen
Diversität an aufgenommenen Tieren, auch Pflanzen in 90% der untersuchten Gedärmen, wenn
auch stets in unbedeutenden Mengen. Dennoch scheinen Heidelbeere,
Beeren, Holundersamen, Mais- und Haferkörner, Wacholderbeeren, Gräser und Wasserpflanzen
ihr Nahrungsspektrum zu ergänzen.
Die Waldschnepfe nimmt mit großer Regelmäßigkeit auch Mineralien in Form von Sand,
Kieß und winzigen Steinchen auf, die den Verdauungsprozeß erleichtern. Die Exkremente
dieses Vogels, [in der Waidmannssprache Gestüber genannt], sind ein weiteres Merkmal der
Waldschnepfe. Sie erscheinen als ein weißer und flüssiger Fleck mit einem dunklen, fast
schwarzen Klumpen in der Mitte. Wenn der Jäger frische und glänzende Exkremente findet,
wird er auf die Anwesendheit dieses Vogels hingewiesen.
Noch zwei außerordentlich interessante Anmerkungen zur Ernährung der
Waldschnepfe. Garavini erzählt in seinem Buch " Beccacce e Beccacciai ", daß
1956 ein Jäger, während eines besonders kalten Winters, in einem Kieferwald in der
Umgebung von Ravenna eine totgefrorene Waldschnepfe entdeckte, die ein ganzes
Wintergoldhähnchen (kleiner Vogel, der ungefähr 5-6gr wiegt) gefressen hatte, ohne es
verdauen zu können. In Frankreich wurde 1985, nach einer großen Frostwelle, eine 170mm
lange Eidechse im Magen einer tot gefundenen und sehr unterernährten Waldschnepfe (nur
195g) entdeckt.

 
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