Amici di Scolopax
Amici di Scolopax - Natura e Passione

Scolopax rusticola

BYOLOGIE 2


Inhaltverzeichnis:


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Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Waldschnepfe wird von exogenen (Tageslänge) und endogenen (hormone, Geschlechtsorganenentwicklung) Faktoren bestimmt. Obwohl die Periode der Brutzeit stark von geographischer Breite und Höhe abhängt, reicht sie von Anfang Februar (Frankreich) bis Ende August. Je nördlicher (Skandinavien), desto später beginnt diese.

Das Fortpflanzungsgebiet reicht von den atlantischen Inseln bis nach Japan. Italien liegt an der südlichen Grenze des Fortpflanzungsgebiets, wobei hier die Waldschnepfe das Alpen- und Voralpengebiet bevorzugt.
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Waldschnepfennester wurden im Himalayagebirge auf Höhen von über 4000 m entdeckt. Das Nisthabitat besteht aus Wäldern, aber auch aus Lichtungen, in trockenen und vom Wind geschützten Gebieten. Das Nest ist meistens eine einfache Vertiefung der Erde; die mit etwas Nistmaterial versehen wird und sich gut an die umgebenden Vegetation anpasst. Es werden trockene Blätter, Kiefernadeln, gewobene kleine Äste, Gras, Moos und Federn benutzt. Die Anzahl der Eier beträgt durchnittlich 4, meist im Abstand von einem Tag zueinander gelegt. Die Grundfarbe der Eier variiert, meist im gelb-rötlichen Bereich. Hinzu kommen kleine Flecken, die von grau bis braun reichen und lilla Sprenkel aufweisen können.

Das Weibchen sorgt alleine für das Bebrüten der Eier, das ungefähr 3 Wochen dauert. Die Küken können nach wenigen Stunden schon das Nest verlassen und der Mutter folgen.

Sie wiegen bei der Gebuert ungefähr 15-20g, sind 10cm lang. Der Schnabel ist noch kürzer als ihr Kopf. Sie sind mit gelblichen Daunen bedeckt. 3 Streifen verlaufen entlang des Rückens. Auch auf dem Kopf haben sie Streifen, den Erwachsenen ähnlich (Spanò). Die Kücken beginnen sich nach 3-4 Tage allein zu ernähren und wachsen täglich um ungefähr 8g. Nach dem 12. –13. Tag können sie selbstständig Regenwürmer aus der Erde herausziehen. Sie erreichen das Gewicht des Erwachsenen im Alter von 40 Tage, obwohl sie schon ca ab dem 30. fliegend größere Strecken zurücklegen können (Fraguglione, Marcström, Ostermeyer).

Die Mutter ist sehr sorgsam. Bei Gefahr nimmt Sie eine, auch bei anderen Vögelarten vorkommende, typische Verletzthaltung ein. Sie schleppt einen Fügel nach. Teilweise versucht sie auch ihre Feinde zu verjagen, indem sie ihre Stoßfedern ausbreitet und mit den Flügeln schlägt.

In der älteren Literatur lassen sich Berichte von einer Flugbeförderung der Küken finden, dies wäre ein sehr interessantes Verhaltensmerkmal der Waldschnepfe. So sollen die Küken bei Gefahr mit Hilfe der Zehen und des Schnabels am Bauch festgehalten und fliegend zu einem sicheren Ort getragen werden.

 Becca64.jpg (16487 Byte)Der russische Forscher Iwanow schildert, und bestätigt somit frühere Untersuchungen, daß das Männchen das Weibchen verläßt, sobald das letzte Ei gelegt worden ist. Die Männchen setzen dann ihre Balzflüge fort, wobei sie andere Weibchen anziehen, und sich eventuell mit ihnen paaren. Es sind die Balzflüge, das die Franzosen "croule", die Engländer "roding" nennen, die diese Reproduktionsphase der Waldschnepfe charakterisieren. Diese Balzflüge finden immer in Gebieten und Zonen statt, die zur Reproduktion geeignet sind. In der Abenddämmerung finden die Männchen in einem Gebiet zwischen 30, 60 und manchmal sogar bis 100 Hektar ihre gesuchte und eroberte Herzdame. Somit ist auch ein eigenes Revier geschaffen.

Aktuelle, von Hirons in England durchgeführte Forschungen, ermöglichten mit der Hilfe winziger Funksender, die auf dem Rücken der Waldschnepfe befestigt wurden, das Balzverhalten besser zu ergründen. Die Balzflüge werden in einer Höhe von 10-20 Meter und mit einer Geschwindigkeit von 30-40 km/h ausgeführt. Sie dauern ungefähr 8 bis 10 min, nicht mehr als 15 min und wiederholen sich auch 3-4 mal am Abend. Es folgen weitere Balzbewegungen am Boden, wobei das Mänchen die Flügel seitlich ausstreckt und die Stoßfedern mit ihren weißen Federnspitzen präsentiert. Nach diesem Balzritual findet die Paarung statt.

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Migrazion

Die Waldschnepfe gehört der Gruppe von Vögeln an, die regelmäßig im Frühling und im Herbst migratorische Wanderungen unternehmen, Züge genannt. Der Zug der Waldschnepfe findet meist bei Nacht statt, obwohl etliche auch bei Tag gesehen wurden (Garavini). Generell wird er allein oder in kleinen Gruppen von 4-6 Individuen vollbracht, seltener mehr. Der Schnepfenzug wird als Breitenzug bezeichnet, da er nicht entlang fest vorgegebener Zuglinien verläuft. Die Flughöhe und die Geschwindigkeit des Fluges hängt stark von den Wetterumständen ab. Califano berichtet von ziehenden Waldschnepfen, die in Höhen von 2500 m gesichtet wurden, während Garavini als Regelwert von Bodennähe bis zu wenigen hundert Metern angibt.

Was die Geschwindigkeit betrifft, so schätzt man, daß sie bei 50 - 60 km/h liegt. Normalerweise legen die Waldschnepfen während des Zuges jede Nacht ca. 300 km zurück, indem sie für 6 bis 8 Stunden fliegen ( Garavini).

Die Waldschnepfen wandern generell von Nord-Osten nach Süd-Westen, obschon vieles von den Ursprungsgebieten abhängt. In der Untersuchung von Clausager 1974 wird verdeutlicht, daß die Mehrzahl der Waldschnepfen, die aus Skandinavien stammen, besonders aus Norwegen, zur Wanderung nach Westen neigen und zwar nach Großbritannien und Nordfrankreich, während die aus West- und Osteuropa stammenden, eine Süd-Südwestliche Flugrichtung einhalten.

 becca01.jpg (15341 Byte)Neuere Untersuchungen (Fadat in Frankreich, Clausager in Dänemark, Spanò in Italien) heben hervor, daß der herbstliche Zugsinstinkt bei den Weibchen am stärksten ist, während die Männchen im Frühling einen stärkeren Antrieb zum Rückflug hätten. Plötzliche Temperaturstürze unter den Gefrierpunkt leiten den Beginn des Wegzuges ein, da gefrorender Boden eine Nahrungssuche weitgehend unmöglich macht.

Die kalte Herbstluft, die sie zum Rückzug aus ihrem Brutgebiete zwingt, kommt jedoch meist aus einer für sie günstigen Richtung. Gerade die Winde, die im Herbst aus Osten und Nord-Osten kommen, werden genutzt, um leichter die Überwinterungsgebiete zu erreichen. Im Frühling sind es die südlichen Winde, die den Zug beeinflussen. Über den Einfluß der Mondphasen gehen die Meinungen auseinander, und auch wenn die mondlosen Nächte die beliebtesten zu sein scheinen, hängt sicherlich der Zug nicht von ihnen ab. Normalerweise meiden die Waldschnepfen das Meer und sie fliegen lieber entlang der Küsten, obwohl sie es wohl ohne Probleme überqueren können.

Dennoch ist die Waldschnepfe kein reiner Zugvogel. Es wird auch immer wieder von einigen Standvögeln [in der Waidmansprache Lagerschnepfen genannt] berichtet. Dies trifft wohl vor allem für die britischen und atlantischen Inseln zu, aber auch für den Norden Frankreichs, den Kaukasus und die Ukraine.

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Überwinterung

Das Überwinterungsgebiet der Waldschnepfen ist sehr langgestreckt. Dies liegt zum einen an den örtlich als Standvogel lebenden "Lagerschnepfen", und zum anderen an der strenge des einsetzenden Winters und dem damit auftretenden Bodenfrost.

Ohne die stanhaften Bevölkerung der Azoren, Kanaren und Madeira mitzuzählen, findet die Überwinterung in den britischen Inseln (auch Irland), Frankreich und der iberischen Halbinsel. Die Kontingenten, die dieser Zugslinie folgen, können bis nach den nordafrikanischen Küsten gelangen (Tunesien - Marokko).

In Italien befinden sich die Überwinterungsplätze der Waldschnepfe bekanntlich in den zentralen und südlichen Regionen. Eine solche Zugslinie ermöglicht den Vögeln eine leichte Überbrückung nach Nordafrika.

  becca02.jpg (18831 Byte)Die Waldschnepfe überwintert auch im Balkan, in Griechenland, der Türkei und an den Küsten des Schwarzen Meers mar di Marmara, Iran, Afghanistan, bis hin nach Saudi Arabien. Weiter östlich nach Rumänien und dem südlichem Gebiet der ehemaligen Sowiet Union.
Andere Überwinterungsplätze reichen bis nach Pakistan, die Mongolei, dem indischen Subkontinent, Nepal, Mali, Thailand, Indonesien und den japanischen Inseln (Spanò).




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