
Morphologie
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Schnabel
Der Schnabel ist ohne Zweifel die bedeutsamste Charakteristik der
Waldschnepfe, da er mit seinen 6 - 8 cm circa 2/3 länger als der gesamte Kopf ist. Der
Vorderteil der Oberschnabels bietet die Möglichkeit einer separaten Aufwärtsbewegung, um
- nach Einführen des Schnabels in die Erde - Würmer zu ergreifen. Außerdem hat dieser
Teil des Schnabels Takt- und Geschmackspapillen. Nach Meinung von Prof. Spanòs,
beinhaltet die obere Schnabelpartie einen Teil des Geruchsorgans, der den Geruch der Beute
in Richtung Nasenhöhle kanalisiert. 
Im oberen Teil des Schnabels befindet sich ein gelenkartiges Gebilde, welches das Erbeuten
von Regenwürmern erleichtert.
Die Schnabelwinkel können leicht angehoben werden dank des "quadratum" oder
"Viereckknochens", der verschiedene Gelenke besitzt. In dem Pseudo-Gelenk des
oberen Kieferknochens befindet sich eine winzige, hauchdünne Knochenscheide, die direkt
mit dem Gelenk verbunden ist und die Flexibilität des Nasenknochens erhöht.
Eine Anomalie, die in den letzten Jahren beobachtet wurde, ist ein immer öfter
auftretender, sehr viel kürzerer Schnabel. Diese Waldschnepfen werden in
Italien "brevirostre" (kurzschnabelig) genannt. In diesen Fällen ist der
Schnabel zwischen 28 - 59 mm. lang.
Gehör
Das Gehör ist hochentwickelt, die Ohröffnungen
sind, nicht hinter den Augen wie bei anderen Vogelarten, sondern cranial unterhalb diesen,
ausserdem sind diese Öffnungen mit Federn geschüzt.
Mit großer Warscheinlichkeit ist diese Position nützlich, um Schwingungen der Beute
besser wahrzunehmen.
Augen 
Die großen und ausdrucksvollen schwarzen Augen sind hoch und
hinten am Kopf, der dadurch eher eckig erscheint, situiert. Diese Position erlaubt der
Waldschnepfe ein Sehfeld von fast 360°. Da die Waldschnepfe auch nachts aktiv ist, sind
ihre Augen dementsprechend angepasst.
Füße
Die Füße sind sehr kurz und haben 4 Zehen
wobei eine nach hinten gerichtet ist, was ein typisches Merkmal für Laufvögel darstellt.
Der Mittlere von den drei vorderen Zehen ist am stärksten entwickelt.
Die Farbe der Beine variiert von grau bis zu einer gelb-rosa Färbung.
Flügel
Die Flügel sind lang und breit mit 10
Handschwingen und 16 Armschwingen.
Von grossem Interesse ist die sogenannte "Malerfeder", eine kleine
zurückgebildete primäre Handschwinge.
Diese wurde immer als erste äussere Feder betrachtet, ist aber effektiv nur die dritte,
da die ersten zwei äusseren noch kleiner und unterentwickelter sind.
Schwanzfedern
Die Schwanzfedern sind kurz und können sich als
"Rad" aufplustern, diese stellen sich aus 12 Steuerfedern zusammen. Die Spitze
dieser Federn sind von einem makellosen Weiß.
Federn
Das Federkleid ist ohne Zweifel der Hauptschutz
des Tieres, da es sich perfekt mit den Farbtönen des Waldbodens abstimmt.
Die Farben variieren individuelle, sind aber größtenteils braun mit Mischungen und
Schattierungen, die von Grautönen bis zu Gelbrottönen variieren, aber auch dunkelbraun
bis zum schwarzfaserig auf dem Rücken. Brust und Bauchbereich haben Querstreifen in
Brauntönen. Sehr selten sind Fälle von Isabellfarbenen
Tönen und totalem Albinismus. Häufiger tritt parzieller Albinismus auf.
Bis jetzt sind noch niemals Waldschnepfen mit komplett schwarzem Federkleid (Melanismus)
gesichtet worden.
Gewicht
Das Gewicht ist sehr unterschiedlich, und verschiedene
Wissenschaftler haben sich dieser Frage gewidmet . Garavini und Spanò in Italien,
Fraguglione e Fadat in Frankreich, Marcström in Schweden, nur um einige zu nennen.
Normalerweise liegt das Gewicht einer Schnepfe zwischen 250 und 380 g . Aber man hat auch
Tiere von ca. 200 g und Höchstgewicht von ca. 500 g entdeckt.Diese beachtenswerten
Variationen hängen auch von anderen Faktoren, wie zum Beispiel Paarungszeit, Kraftaufwand
während der Zugzeit, Klimazone und Geschlechts-dimorphismus ab.
Stimme
Das Repertoire an Lautäusserungen der
Waldschnepfe umfasst den in der Waidmannssprache "Puitzen und Quorren" genannten
Balzgesang, sowie diverse Angstlaute und Allarmrufe.
Cruà - Cruà - Cruà = Brunftlied
Quorr - Quorr = typische Geräusche der männlichen Tiere während der Paarungszeit
Verschiedene andere Geräusche und Angstrufe sind
während der Jagd gehört worden wenn das Tier vom Hund oder vom Jäger entdeckt wurde:
Che - Che ; Cia - cia - ciak ; Pui - pui - pui.
Andere Laute der Kommunikation zwischen den Vögeln
die gehört worden sind:
Pssevitt; Pfuizzt; Tuit; Cuorr; Pip - pi - pip;
Sie können hier zwei verschieden Lauten zuhören.
Klicken Sie auf die Ikone
Laut 1 (Balz) |
Laut 2 (Lockruf) |
Alter
Die Altersbestimmung der Waldschnepfe ist von
vielen Wissenschaftlern studiert worden, aber nur einer, Dr. Clausager aus Dänemark hat
eine sichere Methode publiziert.
Diese Methode wurde von verschiedenen anderen Wissenschaftlern benutzt, unter anderem von
Prof. Spanò in Italien.
Ausschlaggebend, ob es sich um ein einjähriges oder ein erwachsenes Tier der letzten
Jahre handelt, ist die Analyse der ersten drei äusseren Schwungfedern.
Man kann die Jungvögel von den älteren Exemplaren
durch die Abnützung der Federspitzen erkennen. Der "Diesjährige" hat noch sehr
ausgefranste Flügelspitzen (siehe Foto).
Zusätzlich zu dieser Methode werden noch andere Hinweise, die das Alter des Vogels
bestimmen könnten, aufgenommen.
Zum Beispiel die Untersuchung der großen Deckfedern, die über den äusseren und inneren
Sprungfedern liegen, die Schulterblattfedern, die Ruderfedern in Basis der Farbtönung der
Zeichnung der Umrisse, aber auch die größe der Farbborten und der Zahnung der Federn.
Der aktuelle Stand gibt keine anderen Möglichkeiten über die Aufklärung
des Alters der Waldschnepfe, ausser bei den Vögeln, die als Küken beringt wurden.
Geschlecht
Das Geschlecht der
Waldschnepfe lässt sich nur durch eine Autopsie genau bestimmen, da es keine äusseren
Merkmale gibt, die ein sicheres Ansprechen ermöglichen.
Durch einen Bauchschnitt rechts (für den Ausführenden) und das Hochheben der
Darmschlingen kann man entweder die Hoden, die wie zwei Reiskörner aussehen, oder die
Eierstöcke, dessen Körner ähnlich wie eine kleine Traube geformt sind, erkennen.
(Siehe Foto).
 
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